KAEPSELE
Konzeptvergabe der Stadt Leinfelden-Echterdingen in Kooperation mit der IBA '27, 2022 - 2023
Ort: Leinfelden-Echterdingen
Auslober: Stadt Leinfelden-Echterdingen
Objekttyp: Wohnen, Fachpflegeeinrichtung
Fläche: 5.600 m2
Bild: ARON LORINCZ ATELIERS
Am Übergang zwischen Stadtkante und Landschaft in Leinfelden-Echterdingen entsteht ein neues Quartier mit starkem sozialem und ökologischem Fokus. Der Entwurf nimmt die offene Siedlungsstruktur der Umgebung auf und interpretiert sie in Form eines nachbarschaftlich geprägten Wohnhofs neu. Eine klare Adressbildung zur Goldäckerstraße und ein durchlässiges Wegenetz fördern Identität, Orientierung und Gemeinschaft.
Die Bebauung basiert auf vier gleichartigen Modulen und einem Sonderbaustein (Ankerhaus), die so gesetzt sind, dass sie einen geschützten Innenhof als kommunikativen Mittelpunkt des Quartiers definieren. Die Ost-West-Ausrichtung schafft einen Übergang zwischen Straße und Landschaft, schützt vor Verkehrslärm und öffnet sich großzügig zur Natur. Ein filigraner, mehrgeschossiger Steg verbindet die Gebäude und dient als Erschließung sowie als Raum für Begegnung.
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Typologien & Nutzung
Flexible, flächeneffiziente Grundrisse bieten Wohnformen für alle Lebenslagen – vom Einzimmerapartment bis zur Clusterwohnung. Jede Einheit ist zweiseitig orientiert, verfügt über einen privaten Außenraum und lässt sich durch verschiebbare Innenwände an sich wandelnde Bedürfnisse anpassen. Im Erdgeschoss bieten multifunktionale Räume Platz für Werkstatt, Technik oder Lagerung. Offene Treppen und Laubengänge ermöglichen eine wirtschaftliche Erschließung ohne Aufzüge oder Tiefgarage.
Freiraumkonzept
Der Außenraum ist als produktiver, dörflich inspirierter Garten gestaltet: Streuobstwiesen, Krautgärten und Retentionsflächen prägen das Bild. Treffpunkte, Spielbereiche und geschützte Rückzugsorte schaffen eine abwechslungsreiche grüne Infrastruktur. Zum Straßenraum hin öffnen sich kleine Vorplätze mit Werkstattnutzung, während sich das Herzstück des Quartiers – der zentrale Hof – nach Westen zur Landschaft hin öffnet.
Nachhaltigkeit & Konstruktion
Die gesamte bauliche Struktur folgt dem Prinzip der Modularität, Vorfertigung und Rückbaubarkeit. Vier Gebäudemodule (25,60 × 11,20 m) sowie ein Sondermodul (19,20 × 11,20 m) basieren auf einem flexiblen 6,40 m-Raster. Die Fassaden sind in Elementholzbauweise konstruiert, nichttragende Innenwände in Holzständerbauweise aus wiederverwendeten Materialien. Verbindungen sind weitestgehend gesteckt, nicht verklebt oder verschraubt, um Demontage und Wiederverwertung zu ermöglichen.
Materialität
Verwendet werden natürliche und recycelte Materialien wie Holz, Lehm, Zellulose, wiederverwendete Photovoltaikmodule, Türen, Fenster und technische Komponenten. Die Gestaltung folgt einem Cradle-to-Cradle-Ansatz in Kooperation mit Partnern wie Concular. Das Ziel: ein geschlossener Stoffkreislauf mit vollständiger Dokumentation aller Bauteile.